Die Galeria Casablanca präsentiert ab dem 9.6.2012 Werke von

JUAN GARCIA RIPOLLÉS

Der spanische Maler, Grafiker und Bildhauer Juan Garcia Ripollés wird in diesem Jahr 80 Jahre alt. Er bereitet zur Zeit persönlich mehrere Ausstellungen in China vor, unter anderem in Peking. Im Juni kehrt er wieder nach Europa zurück, um in Cannes seine Arbeiten vorzustellen.
Zeitgleich zeigt die Galeria Casablanca erstmalig in Berlin eine Reihe von seinen Arbeiten aus dem Jahr 1982.
Die Technik der großformatigen Blätter bezeichnet der Künstler als "Gravur". Die Serie besteht aus 20 Motiven auf handgeschöpftem Papier. Die kräftige Wirkung der Drucke variiert sich von Blatt zu Blatt, da jedes Blatt ein Unikat ist. Die verspielte Linienführung, die frechen Farben vermitteln gleichzeitig das mediterrane Lebensgefühl, Themen von uralten Mythen und zitieren ironisch die Schöpfungen großer Künstlerkollegen des XX. Jahrhunderts.

Vernissage am Samstag, 9. 6. 2012 ab 19h

 

DIE DREI GENERATIONEN DER GRAVUR

Die erste Generation der Gravur-Technik finden wir bereits in der Höhlenmalerei des Mittelpaläolithikums. Ich erinnere mich an einen ausgemeißelten Hirsch an einer Höhlenwand in Altamira, dessen Umriss nicht gemalt, sondern durch Vertiefungen sichtbar gemacht wurde. Aus diesem Grund glaube ich, dass in der Geschichte der Gravur, genau wie beim Menschen, Generationen existieren. Von den Höhlenbewohnern bis hin zu den Meistern wie Dürer, Rembrandt oder Goya, hat die Gravur nur einen Antrieb: die Meißel des Graveurs.

Ob auf Kupferplatte oder Zinkblech wurden in der ersten Generation dunkle und helle Bereiche der Gravur-Motive auf technisch gleiche Art zusammengesetzt. Je nach Bedarf der Tönung wurde die Anzahl der Linien, die Tiefe und der Abstand der Furchen vergrößert oder verkleinert.

Goya verliebte sich in die Gravur und schon wurde eine zweite Generation geboren. In der Geschichte der Gravur ist Goya der erste, der Harz verwendete.

Welche Funktion hat Harz für die Gravurplatten? Ganz einfach, das Harz schafft mehr Schichten von dunkler und heller Tönung und sorgt somit für mehr Schattierungen. Die Verwendung von Harz definiert die zweite Generation der Gravur, da niemand vor Goya dies tat. Harz ermöglicht aber noch mehr als die ergänzende Tonnuancierung, denn es schafft mehr technische Freiheit für den Künstler, was wiederum für dessen Entwicklung unerlässlich ist.

Die Materico-Technik charakterisiert die dritte Generation der Gravur. Diese Technik besteht aus vielfältigem Materialeinsatz. Hier entsteht die Beschichtung durch die Verteilung verschiedener Stoffe, wie zum Beispiel Sand und Metallspäne, wobei die unterliegenden Schichten zu schonen sind. Zu beachten ist, dass die Materico-Technik die Verwendung von Tinte erlaubt, was zuvor nicht möglich war. Deutlich werden hier also die Unterschiede zwischen der traditionellen Gravur und der Materico-Gravur. Kurz gesagt, die Einführung der verschiedenen Materialien ist das Innovative an der Materico-Technik.

Ich wurde am 3. oder 4. September 1932 geboren. Wie jedes Kind fing ich an, mich durch Kritzeleien auszudrücken und habe das bis heute beibehalten...

RIPOLLÉS


 

 

 

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