Tibor Kaján ist 1921 in Miskolc/Ungarn geboren. Seine Mutter starb, als er gerade elf Jahre alt war. Sein zeichnerisches Talent fiel schon in der Schulzeit auf. Mit einer treffenden Zeichnung von seinem Naturkunde-Lehrer hat er in der fünften Klasse Aufsehen erregt und flog beinahe aus der Schule. Er nahm an schulischen Wettbewerben teil und erhielt mehrere Auszeichnungen. Die Gesetze um 1938 hinderten ihn einen Studienplatz zu bekommen. Er arbeitete als Hilfskraft in einem Strumpffabrik. Mit 21 Jahren wurde er 1942 zu Zwangsarbeit berufen, er arbeitete unter anderem in einem Steinbruch in Túriaremete.
Nach Kriegsende fand Tibor Kaján eine Anstellung bei einer neugegründeten satirischen Zeitung in Budapest. Die Redaktion erlaubte ihm neben seinem Zeichner-Job den Besuch der Hochschule der Künste. Kaján erhielt seinen Diplom als Zeichenlehrer. Die satirische Zeitung Ludas Matyi ist wenig später eines des beliebtesten Wochenblatt geworden. In den 60-er Jahren wechselte Kaján zu dem Magazin Tükör und arbeitete auch für andere Zeitungen. Er nahm an zahlreichen Ausstellungen in Ungarn und im Ausland teil. Viele Preise und Auszeichnungen beweisen seine Popularität und Bedeutung. In Ungarn erschienen u.a. die folgenden Alben von ihm: Kaján Zeichnungen, Verblüffende Schilder, Kaján Lexikon, Kaján Monitor, Zenit und Radiergummi.
Tibor Kaján feierte 2011 mit zahlreichen Freunden seinen 90 Geburtstag. Er lebt in Budapest.

"Karikatur ist Übertreibung. Ihr Ziel ist es, die Verwicklungen des Lebens, die verborgenen Zusammenhänge, die Gedanken ohne Worte, nur mit Linien auszudrücken. Begleitend kommt der Humor dazu. Der Karikaturist soll das Leben kennen, und soll die Moral und den guten Geschmack nicht überschreiten". (Tibor Kaján)

In der Ausstellung der Galerie Casablanca zeigen wir - 15 Blätter der Edition "Liniengedanken". Die Blätter sind signiert und nummeriert. Darüber hinaus präsentieren wir das neueste Buch von Tibor Kaján: Grafomanie. In diesem Album sammelte Kaján hunderte seiner Skizzen von den 50-er Jahren an bis fast heute. Das Nachwort - die deutsche Übersetzung - ist auf einem gesonderten Blatt dem Buch beigelegt.
Die Ausstellung erfolgt durch die Zusammenarbeit mit der Karton Galéria Budapest.

 

 

 

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